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Geschrieben von: Rudolf Waron
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Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Korinther 12,9
Das Jahr ist jung. Ich hoffe, Sie hatten einen guten Start in dieses neue Jahr. Vielleicht haben Sie ja auch gute Vorsätze gefasst. Erinnern Sie sich noch an den Beginn des vorigen Jahres und an die Vorsätze von damals? Viele von uns haben sie schon nach wenigen Tagen wieder fallen gelassen. Zu schwach waren wir mal wieder, zu stark der innere Schweinehund.
Die Losung für das Jahr 2012 setzt gar nicht erst auf Machbarkeit, sie rechnet von vornherein mit unserer Schwachheit. Gerade in Zeiten der Ohnmacht gilt ihre Verheißung: Gottes Kraft kommt in der Ohnmacht zum Ziel. Nicht Stärke, sondern Ohnmacht bestimmt das Menschsein. Zumindest gehört sie zum biblischen Menschenbild. Gleichzeitig gehört Ohnmacht zu den Gefühlen, die wir besonders gern verdrängen, anstatt sie zu integrieren. Gottes Kraft kann aber da wirken, wo Ohnmacht ausgesprochen und akzeptiert wird, wo das „Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit“ (Schleiermacher) vorherrscht. Wer sich der Ohnmacht aussetzt und Mut zur Ohnmacht entwickelt, kann Gott in sich wirken lassen und wird offen für Gottes Willen. Denn Ohnmacht, die vor Gott gebracht wird, provoziert keine Stärke, sondern Erbarmen und Liebe.
Ich hoffe, dass Sie das auch in Ihrem Leben erleben können und wünsche Ihnen ein gutes und gesegnetes Neues Jahr!
Herzlichst, Ihr Pfr. Rudolf Waron
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Geschrieben von: Rudolf Waron
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Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.
Römerbrief 12, 21
Der Street-Art Künstler Banksy, über dessen Identität in der Öffentlichkeit nichts bekannt ist, hat 2007 in Bethlehem eine Ausstellung organisiert und dafür auch die 8 Meter hohe israelische Sperrmauer um Bethlehem als Leinwand verwendet. Ziel dabei war es, nicht nur das größte, sondern vor allem das kurzlebigste Kunstwerk der Welt zu gestalten.
Die Mauer steht noch.
Die Aktivisten von „send.a.message" haben über 1500 Nachrichten auf die über 500 km lange Mauer gesprüht – nicht nur politische Statements, sondern auch Falafelrezepte und Heiratsanträge. Die Einnahmen dieser Spraykunst flossen in Jugendprojekte im Westjordanland. Das Projekt nimmt inzwischen keine Aufträge mehr für Spray-Botschaften an, stattdessen kann man über das Projekt „Dein Straßenname in Nablus" ein Jugendzentrum in Aksar unterstützen und bekommt dafür ein Straßenschild in Nablus/Aksar.
Die Mauer steht. Noch.
Es gibt so viele Möglichkeiten, Böses mit Gutem zu überwinden, lassen wir uns überraschen und bleiben wir neugierig und offen. |
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Geschrieben von: Rudolf Waron
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Und er wird der Friede sein.
Micha 5, 4a
Friede fängt klein an.
Der Prophet Micha hat es vielleicht geahnt, als er verkündete, dass ER, der Friede sein wird, aus der kleinen Stadt Bethlehem kommen wird.
Klein beginnt, was Gott in seiner Weisheit tut, sehr klein. Klein, aber mit großer Weisheit. Mit einem Fünkchen Licht beginnt der Schöpfer die Schöpfung. Wie die Glut vom Vortag, die zu einer kleinen Flamme angefacht wird und vorsichtig züngelt und schließlich Kraft gewinnt, so fängt alles an, was Gott beginnt mit seiner Schöpferkraft. Sie lässt, was groß werden soll, klein beginnen. Sie liebt keine großen Auftritte, sondern ist verliebt in kleine Anfänge, wenn etwas wird und sich entwickelt. Das wirklich Große fängt immer unscheinbar an, im Verborgenen.
Der König Israels wird nicht in Jerusalem geboren, er kommt im kleinen Bethlehem zur Welt. Nicht in einem Palast aus Marmor und Zedern, sondern in einem Stall als Kind von kleinen Leuten. Einem jungen Mädchen und ihrem Freund.
Und er kommt zu mir, in mein Leben, mein kleines Leben mit meinen kleinen Erfolgen und meinem Kleinmut. Er kommt in mein kleines Herz. Er möchte hier anfangen mit dem Leben, mit seinem Frieden. Wenn wir wollen, fängt er bei uns an. Ganz klein, und dabei gar nicht kleinlich. |
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